Sonntag, 9. Februar 2014

Ich als HelpXer Teil 2: Russell - auf der Fahrt in den Norden - italienisches Millionärsanwesen - Waitangi Day

Waiau Pa – Chris checkt nochmal den Öl- und Wasserstand meines Autos und ich verabschiede mich von Heather. Ich fahre mit meinem Toyota Camry (Combi) in den hohen Norden von Neuseeland.
 Whangarai. Ich mache einen Zwischenstopp. Hier ist ein schöner Wasserfall: ...
... oben schwingen sich mutige Kinder in den Fluss ...
... und unten führt ein Wanderweg zu einem Kauri-Baum-Hain entlang des Flusses.

Kawakawa - Das Hundertwasser Klo ist ein „MUST SEEN“ (muss man gesehen haben) auf meinem Trip. Schwer zu finden aber nett anzusehen wie berühmte Künstler ihr Talent an öffentlichen Toiletten auslassen:)

Wenn man die Fähre umgehen will muss man die Schotterpiste fahren. Abenteuersafari durch den Nordlandjungel. Würde Gegenverkehr kommen wüsste ich nicht ob ich ausweichen könnte und ich fahre nur 30 km/h. Es staubt hinter mir. Mein Auto sieht aus wie eingeschneit.

Russell – Dieses Dorf im Norden wurde früher auch Neuseelands Höllenloch genannt. Hier trieben sich Piraten rum, florierte Prostitution und befindet sich bis heute die älteste praktizierende christliche Kirche Neuseelands (hätte nie gedacht das mal in einem Satz ausdrücken zu müssen :).


Meine Gastfamilie erwartet mich schon. Der (deutsche) Hund (,namens Pepper) springt mir entgegen. Da ist Mutter Bronwyn, Vater Blair, die Söhne Hamish und Logan, sowie die deutsche Aupair Daniela. Sie haben ein Haus auf dem Land mit Blick über die grasigen Hügel auf die Manawaora-Bucht.
Bronwyn ist eigentlich Grundschullehrerin aus Auckland, Blair eigentlich Bootsbauer aus Hamilton. Seit dem sie vor 3 Jahren sind sie von Auckland hier her gezogen. Hamish besucht seit seinem Geburtstag die Schule sein Bruder Logan geht noch in das „Play Centre“ (temporäres Kinderbetreuungskonzept, ursprünglich von arbeitslosen Müttern, heute eher Auslaufmodell da kaum noch Mütter für die Kind und Haushalt zu Hause bleiben). Daniela betreut die beiden Jungs von morgens bis nachmittags.

Meine Arbeitsaufgaben. Ich arbeite mit den Eltern gemeinsam auf dem Grundstück eines italienischen Millionärs. Das 10 x 10 km große Gelände mit 2 luxuriösen Ferienhäusern gilt es zu hegen und zu pflegen. Es gibt viel zu tun: ich schneide „Flax“ (wächst überall wie Unkraut, 3m hoch, sieht aber gut aus), streiche Stromhäuschen, Hundehütte..., fahre Rasenmähertraktor, mache den Schwimming Pool sauber, sortiere und befülle die Getränkekühlschränke und die Vorratskammer, fahre das Sprühtank-Quad während Blair Unkrautex spritzt, 2 Schafe einfangen …

Meine Gastfamilie nimmt mich mit zum Angeln. Ich fange im Pazifik meinen ersten Fisch und erlege mit dem Sper Aale und Flunder. Es wird nur getötet was auch verzerrt werden soll. Mit dem Kajak und zu Fuß erkunde ich die Buchten und bestaune die faszinierende Natur.

Wailling Station. An meinem freien Tag mache ich einen 4 Stundenmarsch durch den Busch Richtung „Cape Brett“. Die Landschaft ist phänomenal: Sumpf, Dschungel-Hügel, Klippen, Traumhafte Buchten, Das Meer mit den zahllosen kleinen Inseln. Die Tiergeräusche (Vögel und Insekten) erfüllen die heiße Luft und hypnotisieren einen förmlich.

Waitangi Day – Ich nehme die Fähre von Russell nach Waitangi. Dort finden seit gestern (05/06.02.2014) die Festivitäten um den Nationalfeiertag statt. Der kaum 200 Jahre alte Vertrag zwischen den Siedlern (hauptsächlich Briten) und den Maori (Ureinwohner Neuseelands) ist eines der bedeutendsten historischen Ereignisse der Neuseeländischen Geschichte. Gestern war der Premie-Minister Neuseelands da. Heute marschiert die Marine (Schiff + Besatzung) auf, verschiedene Kulturvereine präsentieren sowie mit ihren Darbietungen und kulinarischen Spezialitäten. Ein großer Trupp Demonstranten bewegt sich vom „Treaty House“ (Haus in dem der Vertrag unterzeichnet wurde), einmal um den Fahnenmastplatz zur „Marae“ (Maorie Gemeindesaal. Ich wohne dem Treiben bei und verfolge interessiert die Art und Weise wie sie kriegerisch gegen „Öl fracking“ in der Tasmansee protestieren.

3 wundervolle Wochen blieb ich im Nordland.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen