Sonntag, 23. Februar 2014

HelpXer Teil 3: Taupo - Tongariro Nationalpark

Taupo - Tongariro National Park Village. Ich bin zu Gast bei Fiona und Peter die im Zentrum der Nordinsel leben.
Der Weltumraddler: Einen Tag vor meiner Ankunft haben die beiden zufällig auf dem Campingplatz nach einem Musik-Konzert Michael aufgegabelt. Der Musikschullehrer aus Mainz ist seit August letzten Jahres mit dem Fahrrad um die Welt unterwegs. Er ist schon durch Großbritanien , sowie quer durch Nord- und Südamerika geradelt (siehe Link zu Michaels Blog: http://1xumdiewelt.jimdo.com). Er kommt mit uns von Taupo aus in das Ferienhaus meiner Gasteltern in den Tongariro National Park.

Meine Gastelter, Fiona und Peter sind total Sportverrückt (; wie sich im Laufe des Berichtes noch erahnen lässt ;).





Hund Kelili ist ist auch immer dabei.


Meine Arbeitsaufgaben:
Tongariro National Park Village. Ihre Ferienhütte im Nationalpark braucht einen frischen Anstrich. Das heißt: alter Anstrich ablösen mit einem Werkzeug mit Klinge um die Farbschicht abzupellen, einer Schleifmaschiene und Schleifpapier. Sicherheitshalber tragen wir Mundschutz. Denn der Feinstaub ist sicher nicht all zu gesund in der Lunge.
Neue Farbschicht auftragen mit Pinsel und Farbroller.
Busch umflanzen, Flaxing, firewood stacking,


Taupo. Pflanzen beschneiden, Wäsche machen, Essen kochen, Pete beim Internetseite (für seine 1-Mann-Haus-Renovierungs-Firma) gestalten unterstützen.


Kajaking
Taupo. Wir fahren Kajak auf dem Waikato River: Achtung Wirlpoolalarm! Riskante Wirbkelströmungen laden ungeübte Paddler zum kentern ein. Gut das Pete ein Kajak-Guid ist. Wir kommen vorbei an einer „Hot Water“ -Quelle (ich nenne sie auf den erstenblick „Granny Soup“ (Rentnersuppe) da nur alte Leute sich dort tummeln.

An einem Kliff ist das Bungy Cafe auf dem sich über 10 min lang ein junges Mädchen versucht in die Tiefe zu stürzen. Sie wird von allen Seiten angefeuert und springt letztendlich doch. Wer hier nackt einen Kaffee bestellt darf kostenlos den Gummiband-Hüpfer wagen.

Mountainbiking
Horopito – Ohakune (Tongariro National Park). Wir (Pete, Michael und ich) fahren Fahrrad auf der „Old Coach Road“ (Fiona fährt das Auto und kommt uns vom Ziel aus entgegen gejoggt, als Training für ihren Maraton im Mai).
Taupo. Wir (Pete, Fiona und ich) „fliegen“ über den „Crater of the Moon“ (Mondkrater = Name des Mountainbikeparks mit über 57 Strecken). Ich fliege wirklich, nehmlich auf die Nase. Nur ein ordentlicher Schnitt - die Pedale wollte sich beim trampeln in meinen linken Oberschenkel bohren. Fiona meistert die Strecke auf ihrem „Single-Speed-Bike“ (Ein-Gang-Rad).
Taupo (Whakaipo Bay -Headland und zurück). Pete und ich fahren ein Stück des „Great Lake Trail“ (großen See Route). Mit tollem Blick auf den Taupo See.
Taupo (Lakefront). Gemütliche Fahrt auf ebener Strccke am Seeufer entlang.

Diese Gegend ist ein Muss für alle Freunde von Mountainbiking (Bergfahrrad fahren = im Gelände radeln). Ich bin begeistert von dem 2-Rad-Spaß-Angebot für alle Altersgruppen und Ansprüche.




Hiking (Wandern/ Bergsteigen)
Whakapapa (Tongariro National Park). Eine Wanderung im Weltnaturerbe des Nationalparks auf den über 2700m hohen „Mt Ruapehu“ stehr an. Michael und ich wagen bei bewölktem aber doch sonnigem Wetter den Aufsdtieg. Wir schummeln nur etwas: Wir nehmen den Lift und wandern ab 2000m los.

Was immer noch 2h auf + 2 h abstieg bedeutet. Es gibt keinen offiziellen Wanderweg. Daher krakseln wir kreuz und quer durch den geröll- und gesteinsbrockenartigen Steilhang hoch. Puh, das geht auf die Puste. Hey, Schnee.

Oben angekommen drehen wir auf dem Dome (Kuppel) den Schluss meines Karnevalsgrußvideos an Ochstedt. Danke Kameramann Michael. Der Berg hat viele Gipfel, einen Kratersee, ein Platteu die sich traumhaft in die 360°-Sicht einfügen.
 Von hier oben bietet sich uns ein Ausblick über die Wolken weit in das Land hinein.
Nach erfolgreichem Abstieg und pünktlichen Lifterreichens (da letzte Abfahrt 4 pm / 16:00 ist) gehen wir am Fuß des Berges noch in das Informationszentrum / Vulkanmuseum. Hier gibts Kiwivögel. Aber nur unechte :(

Mangatepopo – Ketetahi (Tongariro National Park). Die berühmte „Tongariro Alpine Crossing“-Tour (Durchqeurung) darf natürlich auch nicht fehlen. Zu Fuß begehen wir (Fiona, Michael und ich die 30 km lange Strecke. Diese Landschaft ist reich an aktiven Vulkanen. Davon zeugen die dampfenden Krater und der erträgliche Geruch nach faulen Eiern (Schwefel).








Schwimming (eher Planschen)
Taupo. Wir schwimmen im Lake Taupo. Dieser Kratersee ist so groß, das ganz Shanghai darin Platz hat. Vor 2500 Jahren ist der Vulkan das letzte mal ausgebrochen. Es besteht also keine Gefahr sich zu verbrühen. Hier gibt es Stein, Kies und Sandstrand. Das ändert sich alle paar Kilometer.



„Volunteering“ (Freiwilligenarbeit) bei der „Great Lake Relay“
Eine beeindruckende Erfahrung war mein freiwilliger Arbeitseinsatz bei der „Great Lake Relay“ (Großer See Lauf = Sportveranstaltung). Über 200 Gruppen mit insgesamt 3400 Teilnehmern kämpfen sich laufend, rennend (und humpelnd) die 160 km lange Runde um den Lake Taupo herum. Als sogenannter „Tailend – Charlie - Marshall“ (Schwanzende - Helfer= Aufräumtrupp) habe ich einen Tag lang meinen Gastvater Peter assestiert. Alt und Jung, dick und dünn, Arbeitskollegen und Freundeskreise, Vereine und verschiedene Kulturen sind mit dabei. Sogar eine Mannschaft mit Blinden laufen unter der Hilfe von Begleitläufern und Fahrradfahrern die gesamte Strecke (und sind nicht unter den Letzten, die das Ziel erreichen).
Von allen Familien, bei denen ich zu Gast war, habe ich angeboten bekommen, gerne wieder zu Besuch zu kommen. Dankend habe ich die Einladung aufgenommen und wurde mit herzlichen Umarmungen verabschiedet.






Sonntag, 9. Februar 2014

Ich als HelpXer Teil 2: Russell - auf der Fahrt in den Norden - italienisches Millionärsanwesen - Waitangi Day

Waiau Pa – Chris checkt nochmal den Öl- und Wasserstand meines Autos und ich verabschiede mich von Heather. Ich fahre mit meinem Toyota Camry (Combi) in den hohen Norden von Neuseeland.
 Whangarai. Ich mache einen Zwischenstopp. Hier ist ein schöner Wasserfall: ...
... oben schwingen sich mutige Kinder in den Fluss ...
... und unten führt ein Wanderweg zu einem Kauri-Baum-Hain entlang des Flusses.

Kawakawa - Das Hundertwasser Klo ist ein „MUST SEEN“ (muss man gesehen haben) auf meinem Trip. Schwer zu finden aber nett anzusehen wie berühmte Künstler ihr Talent an öffentlichen Toiletten auslassen:)

Wenn man die Fähre umgehen will muss man die Schotterpiste fahren. Abenteuersafari durch den Nordlandjungel. Würde Gegenverkehr kommen wüsste ich nicht ob ich ausweichen könnte und ich fahre nur 30 km/h. Es staubt hinter mir. Mein Auto sieht aus wie eingeschneit.

Russell – Dieses Dorf im Norden wurde früher auch Neuseelands Höllenloch genannt. Hier trieben sich Piraten rum, florierte Prostitution und befindet sich bis heute die älteste praktizierende christliche Kirche Neuseelands (hätte nie gedacht das mal in einem Satz ausdrücken zu müssen :).


Meine Gastfamilie erwartet mich schon. Der (deutsche) Hund (,namens Pepper) springt mir entgegen. Da ist Mutter Bronwyn, Vater Blair, die Söhne Hamish und Logan, sowie die deutsche Aupair Daniela. Sie haben ein Haus auf dem Land mit Blick über die grasigen Hügel auf die Manawaora-Bucht.
Bronwyn ist eigentlich Grundschullehrerin aus Auckland, Blair eigentlich Bootsbauer aus Hamilton. Seit dem sie vor 3 Jahren sind sie von Auckland hier her gezogen. Hamish besucht seit seinem Geburtstag die Schule sein Bruder Logan geht noch in das „Play Centre“ (temporäres Kinderbetreuungskonzept, ursprünglich von arbeitslosen Müttern, heute eher Auslaufmodell da kaum noch Mütter für die Kind und Haushalt zu Hause bleiben). Daniela betreut die beiden Jungs von morgens bis nachmittags.

Meine Arbeitsaufgaben. Ich arbeite mit den Eltern gemeinsam auf dem Grundstück eines italienischen Millionärs. Das 10 x 10 km große Gelände mit 2 luxuriösen Ferienhäusern gilt es zu hegen und zu pflegen. Es gibt viel zu tun: ich schneide „Flax“ (wächst überall wie Unkraut, 3m hoch, sieht aber gut aus), streiche Stromhäuschen, Hundehütte..., fahre Rasenmähertraktor, mache den Schwimming Pool sauber, sortiere und befülle die Getränkekühlschränke und die Vorratskammer, fahre das Sprühtank-Quad während Blair Unkrautex spritzt, 2 Schafe einfangen …

Meine Gastfamilie nimmt mich mit zum Angeln. Ich fange im Pazifik meinen ersten Fisch und erlege mit dem Sper Aale und Flunder. Es wird nur getötet was auch verzerrt werden soll. Mit dem Kajak und zu Fuß erkunde ich die Buchten und bestaune die faszinierende Natur.

Wailling Station. An meinem freien Tag mache ich einen 4 Stundenmarsch durch den Busch Richtung „Cape Brett“. Die Landschaft ist phänomenal: Sumpf, Dschungel-Hügel, Klippen, Traumhafte Buchten, Das Meer mit den zahllosen kleinen Inseln. Die Tiergeräusche (Vögel und Insekten) erfüllen die heiße Luft und hypnotisieren einen förmlich.

Waitangi Day – Ich nehme die Fähre von Russell nach Waitangi. Dort finden seit gestern (05/06.02.2014) die Festivitäten um den Nationalfeiertag statt. Der kaum 200 Jahre alte Vertrag zwischen den Siedlern (hauptsächlich Briten) und den Maori (Ureinwohner Neuseelands) ist eines der bedeutendsten historischen Ereignisse der Neuseeländischen Geschichte. Gestern war der Premie-Minister Neuseelands da. Heute marschiert die Marine (Schiff + Besatzung) auf, verschiedene Kulturvereine präsentieren sowie mit ihren Darbietungen und kulinarischen Spezialitäten. Ein großer Trupp Demonstranten bewegt sich vom „Treaty House“ (Haus in dem der Vertrag unterzeichnet wurde), einmal um den Fahnenmastplatz zur „Marae“ (Maorie Gemeindesaal. Ich wohne dem Treiben bei und verfolge interessiert die Art und Weise wie sie kriegerisch gegen „Öl fracking“ in der Tasmansee protestieren.

3 wundervolle Wochen blieb ich im Nordland.