Paengaroa. Heute gibt es in der Mittagspause eine Arbeitsschutzbelehrung vom Chef Kesh höchstpersönlich. Wie verhalten wir uns auf der Plantage, bei Unfällen, Feuer, was ist unsere Aufgabe.
In Tauranga gibt es einen german butcher (deutschen Fleischer) bei dem Heike heute eingekauft hat. Nach meinem 10h-Tag in der Plantage gibt es zum Dinner heimische Kost: Thüringer Bratwurst. Heike meint dass der Metzker-Meister ganz schön hessich babele.
"work - crash - gloves" Paengaroa. Arbeiten - kleiner Unfall in dem ich beim aus der Plantage ausparken in die Windschutznadelbaumwand fahre. Rums. Die Ratte / das Auto wackelt. Manuel sagt: "Why are you so hurry, bro?" (Warum bist du so hastig, Bruder?). Weiter gehts zum "Warehouse": wir kaufen "gardening-gloves" (Gärtner-Handschuhe) für 15$ das Paar. Unsere Hände leiden ganz schön vom stundenlangen Schneiden mit der Astschere. Beim Betrachten der Unfallstelle am Auto sehen wir das da wo der vordere rechte Blinker sein solte ein Loch klafft - scheiße. Hoffentlich liegt auf der Plantage der Rest (wenn es geht noch ganz).
"fuse off" Auf der Plantage liegt genau vor der Unfallhecke der Blinkerkasten im hohen Gras. Das durchsichtige Plaste ist etwas gebrochen. Ansonsten alles ganz. Beim Versuch es zu reparieren stecke ich die ungekenzeichneten plus- und minus-Kabel in die je falsche Öffnung. Denn beim Anmachen knackt es leise und nichts geht mehr.
Mit den Handschuhen ist es sehr angenehm zu arbeiten. Hauptsache sie halten auch eine Weile.
"First cut - Pay day" Von wegen Arbeitsschutz: uns wurde gezeig, dass wenn wir nach dem Schneiden den Baum von den abgeschnittenen Ästen befreien unsere Astschere über die Schulter hängen sollen. Bei einem solchen Zieh-Manöver rauscht meine gestern erst wieder selbst geschärfte Astschere mit der offenen Schneide nach unten und trifft mich am Unterarm: Schnitt, ca 3 cm lang und 2 cm tief.. Das Blut rinnt mir nach 20 Sekunden über den Arm. Ich zeige es Manuel und er wundert sich wie ich das hinbekommen habe. Ab zum Auto. Dort habe ich das von meine Freunde (Betti) mit gegebene Überlebenspacket immer dabei. Unter anderem Tatüs, Desinfektionslösung und Pflaster. Manuel assestiert.
Am Ende des Tages fahren wir zur Adresse von Kesh. Er begrüßt uns auf seinem Hof. Er hat nur 20$-Scheine dabei. Er zahlt uns aus. Und prellt uns um 2 bis 5 $ da er nicht wechseln kann (oder will).
"Repro - repair" Seit vorgestern fahre ich ohne Licht am Auto, da es dämmert wenn ich Abends von der Arbeit zurück fahre. Schon mindestens 2 mal ist ein Streifenwagen an mir vorbeigefahren (Puh, der hat nichts gesehen, denn die Polizei kann hier sehr hart sein). Ich fahre zu einer Auto-Ersatzteil Ladenkette. Der nette humpelnde Verkäufer gibt mir was ich brauche. Mit einem mini-Vorweihnachts-Rabatt :)
In der Pause repariere ich mit Manuel den Blinker. Er sucht die kaputte Sicherung und ich versuche plus und minuskabel korrekt zusammen zu fügen. Als wir alles zusammengesteckt haben funktioniert es gleich beim ersten mal. Yeapy.
"The life of Manuel" Heute schneidet sich mein Argentinischer Bruder auf eine ähnliche Weise wie ich.
Als ich ihn verarztet habe kommen wir beim Arbeiten über unsere Familien ins Gespräch. Er erzählt mir das seine Eltern katholisch sind und seine Mutter so oft sie kann in die Kirche geht. Sein Vater ist ein mittelständischer Immobilien-Geschäftsmann. Manu ist das jüngste Kind von 3 (er hat eine Schwester und einen ältesten Bruder). Er wuchs überbehütet von seiner Mutter auf., die immer das Beste für ihren Sohn wollte. Über was das Beste für ihn ist hat er sich mit seinen Eltern oft gestritten. Er meint: "Sie haben mir nie wirklich zugehört. Irgendwann habe ich nicht mehr mit ihnen gesprochen". Seit er zum studieren in einem Appartment seines Vaters für sich allein gewohnt hat, pflegt er einen anderen Lebensstil: Party, Alkohol, Mariuhana, Frauen. Als seine Eltern seinen Drogenkonsum mitbekamen, haben sie
"Almost sunday" Ein ganz normaler Sonntag: Wie schon gestern nehme ich in meiner Fahrgemeinschaft neben Manuel ab Te Puke meinen chinesischen Arbeitskollegen Jackel mit (viele Chinesen und Koreaner müssen sich in der Schule einen westlichen Namen aussuchen, damit der Lehrer es leichter hat, die Namen auszusprechen. Klingt für mich etwas ungerecht). Ich arbeite. Um 16:30 haben wir die Plantage fertig beschnitten. Nach der Arbeit nehme ich Babu und Surich (die beiden Inder) im Auto mit (sie wollen im Ort einkaufen).
"New work - new team" Neben Jackel, nehme ich heute ab Te Puke auch noch die malaisierin Moon mit. Da wir ab heute "Thinning" (Ausdünnen) machen, fangen auf der Plantage heute neue arbeitswütige Backpacker an: Fred aus Kanada, Marcel aus Spanien, Matheus und Elodie aus Frankreich an. Babu instruiert uns wie wir beim "thinning" (Ausdünnen) vorgehen sollen. Der orchardowner" (Plantagenbesitzer) kommt und instruiert uns noch einmal... Kesh kommt im Laufe des Tages und pfeift uns zurück um die Reihe nochmal zu durchlaufen.
"Early work off" Es ist hart die Früchte auf einen Blick zu kategorisieren: zu klein, beschädigt, vernarbt - all diese pflücken wir in 2er-Teams "bay by bay" (Bucht ca 3x3m) ab. Der "orchardowner" (Plantagenbesitzer) meint wir sind zu langsam, wir dürfen maximal 8h am Tag auf seiner Plantage arbeiten.
"Unfortunatly day off - visit Manuel" Unglücklicher weise habe ich heute frei (keine Arbeit = kein Geld). Da ich keine sms vom Chef erhalten habe, fahre ich auf Arbeit. Dort ist nur das französische Pärchen, die ebenfalls keine Nachricht erhalten haben. Ich rufe Kesh an. Er hat vergessen uns zu schreiben. Für seinen Fehler erhalten wir keine Entschädigung da wir unnötigerweise Benzin verfahren haben. Auf meine Frage warum es keine Arbeit gibt und wann es wieder weiter geht, antwortet er: der Besitzer lässt uns nicht merh auf die Plantage. Er versucht uns so schnell wie möglich auf anderen Plantagen unter zu bringen.
Ich fahre zu Manuel. Er hat mich eingeladen jeder Zeit vorbei zu kommen. Also fahre ich zu ihm.Via WIFI in seiner WG skype ich über das Handy mit meiner Familie. Manuel und ich entspannen, essen, gucken ein paar Filme und gehen an den Papamoa Beach.
| Manuel und ich am Papamoa Beach |
"Gardening - Roofing - x-mas-decoration - last pay day"
Heike und Bryan haben mir angeboten die letzten 2 Tage für meine Unterkunft zu arbeiten. Ich helfe also im Garten ("dig a hole" (Lochgraben), Pflanze einpflanzen, Pflanzen wässern) und beim Unterstand bauen (Baumaterialien im Geschäft abholen: Rooftray's (Dachplatten, aus Metal). Beim Einfahrt rückwärts runter fahren rutschen die Platten alle krachend vom "trailer" (Hänger). Für die Veranda hat Heike eine Imitation von Tannenzweigem mit Christbaumschmuck und Lichterketten. Alles trapiere ich und verkabel es.
An meinem letzten Zahltag habe ich Wechselgeld dabei. Ich nehme Manuel mit. Diesmal empfängt uns Kesh in seinem Home-office. Er hat wechselgelt und zahlt uns auf den cent genau aus.
Als Bryan abends die Deko mit Beleuchtung in der Dämmerung betrachtet sagt er lachend: "I've never seen such a beautyfull christmasdekoration bevor" (Ich hab noch nie so einen schönen Weihnachtsschmuck gesehen).
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