Gut das ich bei meinem Südinselurlaub schonmal vorgearbeitet habe.Auf der Internetseite "HelpX" habe und ein Profil angelegt. Diese Seite bietet folgenden Dienst an: Ich melde mich an, bezahle einmalig 20€ und kann mich fast weltweit bei "Hosts" (Gastgebern) bewerben. Bei diesen arbeite ich dann für 4 Stunden am Tagund bekomme Unterkunft und Verpflegung frei.
Auckland - Waiau Pa
Kaum bin ich aus dem Flieger gehts auch schon weiter. Ich fahre mit meiner Ratte zu Heather und Chris. Heather hat mich bei "HelpX" angeschrieben, ob ich nicht Zeit hätte ihr für 2 Wochen im Garten zu helfen. Gerne nehme ich das Angebot an. Ich fahre auch nur 50 Minuten. Chris begrüßt mich und zeigt mir meine Luxusunterkunft in der Garage: Apartment mit Doppelbett, Bad, TV, Kühlschrank...
Heather kommt vom Kinobesuch ("Hobbit II") mit ihrer Schwester wieder.
Heathers Mutter kommt aus Malasien ihr Vater aus England. Sie hat als Hotelmanagerein gearbeitet. Seit ihrer Operation vor einigen Jahren arbeitet sie in ihrem Garten.
Chris ist Engländer. Vor einigen JAhren haben sie sich in Neuseeland ein Anwesen auf dem Land gekauft und schaffen sich ihre kleine Plantage mit Avokado- und Feijoabäumen, Gemüse- und Kräuterbeeten und Farm mit 2 Kühen, einigen Hühnern und Truthähnen, 2 Bienenvölkern und nicht zu vergessen die 2 Hunde.
Meine Arbeitsaufgaben:
- Weeding (Unkraut jähten): agressives asiatisches Gras überwuchert alles, ich kämpfe mit den Wurzeln, die Hühner freuen sich und scharen in meiner umgewälzten Erde nach Insekten.
- Clean the chickencoop (Hühnerstall sauber machen)
- "Seek of Bee Hive" (Bienenschwarm suchen). Ein neuer Schwarm hatte sich erst an einem jungen Baum in der Nähe der Bienenstöcker niedergelassen, ist dann aber leider weiter geflogen. Wir suchen das Gelände ab und Heather bittet ihre Nachbarn um Hilfe. Leider ohne Erfolg.
- build a (baue ein): storage table (Tisch zum Lagern von...), new plant fence (Umzäunung für Pflanzen)
- "hoast the gutter" (Dachrinne mit dem Schlauch sauber spritzen)
...
Ich lerne viele neue Menschen kennen:
- einen Tag lang arbeite ich auf der Avokadoplantage von Stephanie. Sie ist eine Freundin von Heather.
- ihr Nachbar Allan nimmt mich mit zur Kirche und mache einen Nachmittag lang Heu: Ballen auf den Trailer hiefen und in der Scheune stapeln
- Heathers Schwester Geeny, Mutter Rini, + Freundin von Rini Ria (Maria) aus Auckland
- HelpXer und Hosts
Wer läuft denn da am Straßenrand? Ach nee, dass sind doch Teresa (aus Bickenriede) und Benedikt (aus Küllstedt). Auf ihrer Reise um die Welt macht das Pärchen auch Station in Neuseeland. Die beiden wollen auch Erfahrungen mit HelpX und Co sammeln und sind bei einer Gastfamilie gleich bei mir um die Ecke.
Chris hat sich in der Scheune sein eigenes Kyodojo gebaut. Er ist begeisterter Anhänger der japanischen Kampfsportart "Kyodo" (Weg des Bogens). Es ist nicht einfach nur Bogenschießen. Es geht um eine meditatives und hochkonzentriertes Ritual. Es kommt auf den richitigen Bewegungsablauf an. Diese Martialart wurde mitte des letzten Jahrhunderts von einem Deutschen weltweit populär gemacht. Noch heute gibt es in Deutschland die größte Anhängerschaft von Kyodoschülern.
Bevor ich die beiden verlasse, darf ich ihren Porsche, der eigentlich nur in der Garage steht, eine Runde durch den Garten fahren.
Sie laden mich ein, gerne wieder zu kommen. Ich nehme die Einladug dankend an. Auf geht's mit meiner "Ratte" (Auto) nach ...
Sonntag, 19. Januar 2014
Dienstag, 7. Januar 2014
Surfen an Weihnachten – Bungy-Sprung zu Silvester (Zeitungsartikel)
(Da die TLZ ihn seit ca. 1 Monat noch nicht veröffentlicht hat, tue ich dies nun selbst online!)
Hier ist mal wieder ein
Lebenszeichen von mir, Christoph, einer der Eichsfelder, der in
Neuseeland Erfahrungen mit Land und Leute sammelt. Ich bin nun schon
über 2 Monate in Neuseeland. Zeit um mal Urlaub zu machen. Im
vergangenen Monat habe ich versucht, so viel Geld wie möglich auf
den Kiwiplantagen zu verdienen. Hoffentlich reicht es für die
geplante Reise mit Josua und Laura. Wir erkunde innerhalb von 3
Wochen hauptsächlich die Südinsel Neuseelands.
Tauranga. Ich verabschiede mich
von meinen Gasteltern Heike und Bryan, die mich für 4 Wochen bei
sich beherbergt haben.
Auckland. Ich treffe mich mit
Laura (bekannt aus dem ersten Artikel) und Josua, aus Küllstedt, der
für 3 Wochen seine Freundin besucht. Auf der Fahrt zu unserer ersten
Station halten wir an einem Strand mit dem Namen Piha: Schwarzer Sand
von Vulkanasche und sehr eisenhaltig. Uns bietet sich ein Blick auf
bewachsene Felsen die die Küste säumen, nebenan Steinstrand, Das
Wasser der Tasman See bricht sich schäumend an den Klippen. Der
Urlaub nimmt seinen Lauf.
| Piha: Laura, Josua und Christoph (von rechts nach links :) |
Raglan. Für ein paar Tage sind
wir in dem Surf-Ort an der Westküste. Angeblich haben hier schon so
manche Berühmtheit gewohnt. Aber niemand hat sie je gesehen. Dort
gibt es auch schwarzen Sand. Hier probieren wir uns im Surfen. Mein
Surflehrer Wudamo ist Maori und ist mit den Wellen aufgewachsen. Auf
dem Trockenen üben wir das Aufstehen auf dem Brett. Klappt
einwandfrei. Im Wasser mit Neoprenanzug und Softboard (Leichtbrett)
schaffe ich es in 2 Tagen gerade mal 3 Wellen im Stehen zu reiten.
Meine Reisekollegen Laura und Josua machen eine deutlich bessere
Figur auf dem Brett. Am dritten Tag regnet es. Kurzer Hand setzen wir
uns ins Auto und fahren zu dem nahegelegenen „Bridal Veil Falls“
(Wasserfall).
Da ich dieses Jahr an Weihnachten leider nicht bei
meiner Familie sein kann, bin ich froh mit Laura und Josua unterwegs
zu sein. Weihnachtsstimmung kommt bei mir nicht so recht auf: es ist
hier Sommer, aber das Wetter zeigt sich von sonnig, warm bis nass und
kalt. Die Surfer tragen Nikolaus-Mützen.
![]() | |
| Raglan: Weihn8tliches Grußbild am Strand (leider schlecht gefotoshoppt ;) |
Lauras Aupair-Familie hat
ihr viele Süßigkeiten mit gegeben, die uns einen Hauch von
Kiwi-Weihnachten vermitteln. In den meisten Orten wo wir übernachten
wollen, haben wir "Hostels" (günstige Jugendherbergen)
gebucht. Ein Einzelzimmer ist Luxus (kostet mehr). Bis zu 12 Leute in
einem Raum voller Doppelstockbetten (ist günstiger). Überall
treffen wir auf viele Deutsche. Manchmal ist das etwas nervig, da wir
ja auch andere Nationalitäten kennen lernen wollen. Meist
unterhalten wir uns mit den Leuten, die wir kennen lernen in
Englisch.
Auckland – Christchurch. Mit
einem günstigen Inlandsflug geht es auf die Südinsel. Wir landen in
Christchurch. Diese Stadt ist vor 2 Jahren von einem schweren
Erdbeben zu großen Teilen zerstört worden. Das Zentrum ähnelt
einer Geisterstadt: beschädigte Gebäude, Schutthügel, abgesperrte
Straßenzüge, leere Hochhäuser, kaum Menschen auf der Straße. Die
Einwohner versuchen mit Kunst und verschiedenen Aktionen ihre Stadt
wieder schön zu machen. So zum Beispiel die Re:START-Mall
(Wiederanfang-Einkaufspassage), gebaut aus Schiffscontainern.
Mit einem Mietwagen fahren wir die
Ostküste der Südinsel ab. Die Landschaft ändert sich im
Stundentakt. Mal flaches Farmland über grüne Hügel bis dichte
„Urwälder“ mit wilden Flüssen um so weiter wir uns von der
Küste entfernen.
Herbert. So heißt der Ort. Wir
zelten auf einem „DOC“ (kostenloser bis günstiger Campingplatz)
in wunderschöner Natur. Wir halten bei den „Moeraki Boulders“.
Das sind riesige Steinkugeln die auf dem Strand liegen und vom Meer
umspült werden.
Ein paar Kilometer weiter ist Steinküste. Hier
sehen wir Pinguine und Seehunde, ganz nah und in freier Natur.
Dunedin. Eine schöne Stadt mit
„alten“ Gebäuden im britischen Kolonialstil. Hier gibt es unter
anderem die Baldwin Street: steilste Straße der Welt.
Eine Schokoladenfabrik – Mhm, lecker.
Eine Schokoladenfabrik – Mhm, lecker.
Am Lake Mavora
(See) „DOC“-Zeltplatz verbringen wir die Nacht. Hier
sollen ebenfalls Szenen der bekanntesten neuseeländischen
Kinofilmreihe („Herr der Ringe“) gedreht worden sein.
Te Anau. Der Touristenort ist
zwei Stunden Autofahrt von den „Milford Sounds“ entfernt.
Die Landschaft ähnelt in diesem Fjordland (von Eis geschaffene
Landschaft die sehr zerklüftet ist und von Meerwasser umspült wird
einem „ kühlen, bergigen Regenwald“. Eine Wand aus Bergen,
Wasserfällen, steinigen Flüssen und Buschland. Es regnet 360 Tage
im Jahr. Daher zählt dieser Ort zu einem der feuchtesten auf der
Welt. Autsch - die nervigen Sandfliegen umschwirren uns und beißen
rote Stellen auf die Haut. Ein Touristenmagnet ist hier eine
Schiffstour mit zu machen. Laura und Josua haben eine solche gebucht.
Ich spaziere, der Weile, durch den Regen und bestaune die
einzigartige Natur.
Queenstown. In der Hauptstadt
der Extremsportarten wollen wir Silvester verbringen. Unter anderem
wurde hier der Bungy-Jump (Gummibandsprung) erfunden. Grund für
Josua und mich einen solchen Sprung von der Kawarau Brücke zu wagen.
Schreiend stürze ich und tauche nach 43m freiem Fall in den Fluss
ein. Bis zum Bauchnabel. Das Gummi zieht mich wieder nach oben. Ich
bin klitschnass. Ein unbeschreibliches Hochgefühl durchströmt mich.
Adrenalin-Kick pur.
Laura springt nicht, weil sie vor kurzem, in am
Lake Taupo (Nordinsel) einen „Skydive“ (Himmelstauchen =
Fallschirmsprung), in 1500m Höhe, aus einem Flugzeug gemacht hat.
Dagegen ist unser kleiner Hüpfer nur "Pille Palle".
Queenstown liegt am Lake Wakatipu. Die
Straßen sind voll von Touristen. An der Bucht im Zentrum sind Bühnen
aufgebaut. Bands und DJs stimmen ab der Dämmerung den übervollen
Platz auf den Jahreswechsel ein. Die Polizei patrouilliert durch die
Menge. In der Öffentlichkeit darf in Neuseeland nämlich kein
Alkohol getrunken werden. Die Meisten halten sich daran. Wir zählen
kurz vor Mitternacht runter: „...three, two, one – Happy new
year“ (...drei zwei eins – Frohes neues Jahr). Ein riesiges
öffentliches Feuerwerk begrüßt fünfzehn Minuten lang das neue
Jahr 2014. Wir feiern bis die Musik verstummt. Um drei Uhr ist
Sperrstunde. Na dann gute Nacht.
Laut Reiseführer und einiger
Propaganda, ist es ein Muss für jeden Besucher der Stadt einen
Fergburger zu essen. Wir bestellen also in diesem Schnellrestaurant.
Obwohl schnell hier das falsche Wort ist. Bis wir unser
Riesenbrötchen mit Salat, Fleisch, Soße verspeisen können,
vergehen eine Stunde und zwanzig Minuten. Mhm, trotzdem lecker.
Laura
und Josua ihr geplanter Rundflug mit dem Helikopter, fällt
buchstäblich ins Wasser. Daher buchen sie kurzer Hand eine rasante
Jetboot-Tour über einen von Felswänden gesäumten engen
Wildwasserfluss. Am Abend überwinden wir mit der „Skyline“-Gondel
200 Höhenmeter und haben einen traumhaften Blick von einem der
angrenzenden Berge über die kleine Stadt die sich in die
abwechslungsreiche Landschaft einfügt.
| Blick von der "Skyline" auf Queenstown. |
Greymouth. Wir müssen heute den
Haast-Pass durchfahren, der bei schlechtem Wetter für mehrere Wochen
gesperrt sein kann. Es regnet in Strömen. Der Pass ist zum Glück
offen. Die Landschaft ist ein Kunstwerk der Natur. Die Den „Franz
Josef-“ oder den „Fox-Glacier“ (Gletscher) die auf unserem Weg
liegen, erkunden wir leider nicht. Der Aufstieg dauert allein schon
2h und das Wetter ist miserabel. Daher fahren wir in eine der
Goldgräberstädte, wo das selbige angeblich auf der Straße liegen
soll.
Neuer Tag. Zwar hat es die Nacht
ordentlich geschüttet aber die Sonne ist trotzdem im Klinsch mit den
Wolken. Gold haben wir hier nicht entdeckt. Auf unserer Tagesetappe
liegen in Punakaiki die „Pancake Rocks“
(Pfannkuchen-Felsen) auf dem Weg. Die Felsen die von den tosenden
Meereswellen angepeitscht werden, sehen aus als hätte ein Maori-Gott
sich im Riesen-Steinfladen-backen probiert. Absolut sehenswert.
Nelson. Der Geografische
Mittelpunkt Neuseelands. Wir erreichen unsere Unterkunft bei
bewölktem Himmel und etwas Sonne. Ein echter Geheimtipp für
neuseeländische Südinseltouristen: Diese Herberge ist die Beste,
die ich auf meiner bisherigen Reise gesehen habe. Für 25$ die Nacht
bekomme ich hier gepflegte Räumlichkeiten und allerhand kostenlose
Angebote: Internet, eine Gemüsesuppe zum Abendessen, ein
vielseitiges Frühstück, Swimmingpool, Spa, Sauna, und und und. Was
vielleicht etwas abschreckt sind die geruchsintensiven,
bewusstseinsverändernden Nebelschwaden, die aus den
Entspannungszonen der hiesigen Gäste aufsteigen. Wir gestalten
unsere Routenplanung für die letzten beiden Tage so um, dass wir uns
hier für eine weitere Nacht einbuchen. Eine halbtägige Kajak-Tour
führt Laura und Josua an kleine Inseln in der Tasman Bay (Bucht).
Ich nutze die Zeit um mich im Internet für ein paar Jobs zu
bewerben.
Der letzte Tag der Reise im Auto von
Nelson nach Christchurch ist nochmal ein Wechsel von Natur und
Farben, der einem fast unwirklich erscheint. Die bergige Landschaft
ändert sich von dicht bewachsenen Nadelwäldern über Flachland mit
Weinanbaugebieten in Blenheim zu von Grassteppe überwucherten
Hügeln. In der Ferne ein schneebedeckter Berg. Wir fahren durch die
Touristenstadt Kaikoura an der Ostküste, wo man Wale beobachten kann
und beenden den Tag mit den Füßen im Südpazifik.
Zu guter Letzt lasse ich meine
einzigartigen Reisebegleiter nun einmal zu Wort kommen. Josua bittet:
„Ich möchte, dass du mich (nicht) als Surf-Ass darstellst! :) ...
trotzdem, dass nicht gerade das beste Wetter war, hab ich echt geile
(wunderschöne) Orte Neuseelands gesehen.“
| Unser Südinselgefährt: SUNNY und wir. |
Laura meint: „Ich könnte noch
mindestens drei Wochen länger hier Urlaub machen. Gerne in einem
Ort.“ Josua: „Ich bin für Raglan.“ Laura: „Ja, oder
Dunedin.“ Laura: „...hätte ich nicht so gut die Route im Voraus
geplant, hätten wir gar nicht so viel erleben können.“ Da stimmen
wir Laura zu. Danke Laura. Du hattest den Durchblick. Es war ein
ereignisreicher Urlaub, der noch lange nachklingen wird wenn wir
allein alle über 1500 gemachten Bilder und vereinzelt Videos
anschauen.
Christchurch – Auckland. Nun
gilt es nur noch ein paar nächtliche Stunden auf dem Flughafen von
Christchurch zu verbringen. Müde und verspannt fliegen wir nach
Auckland, wo sich unsere Wege leider wieder trennen. Unser Ausflug zu
dritt endet wie er angefangen hat. Ich setze Laura und Josua in
Auckland ab. Wir verabschieden uns: „Spätestens in Deutschland
sehen wir uns wieder“. Ich fahre in direkt zu meiner anstehende
Arbeitsphase. Mal sehen von was ich im nächsten Artikel berichten
kann.
Bis bald, sagt der Auslandsreporter für
Neuseeland, Christoph.
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