Thüringer Besuch, hohe Stürze und
maorische Gastfreundschaft
Seit 7 Monaten erkunde ich nun
schon Neuseeland. Es gibt so viel zu entdecken und jeder Tag ist ein
Erlebnis. Ich möchte euch Leserinnen und Leser auch an meinen
neusten Abenteuern im Kiwiparadies teilhaben lassen.
Thüringer
Weltenbummler zu Gast bei eichsfelder Neuseelanderkunder
Auckland. Besuch aus der Heimat.
Die beiden thüringer Weltenbummler Daniel aus Küllstedt und Claudia
aus Floh (Schmalkalden-Meiningen) kehren bei mir dem eichsfelder
Neuseelanderkunder ein. In meiner maorischen Gastfamilie darf ich die
beiden beherbergen. Seit 92 Tagen schlafen die beiden nun schon im
Zelt und wollen auch jetzt mit dieser Tradition nicht brechen. Die
warme Dusche und eine deutsch-neuseeländische Mahlzeit
(Kartoffelpuffer mit Kumera) nehmen sie dankend an. Wir erzählen uns
Reisegeschichten und am nächsten Morgen helfe ich ihnen beim Sachen
packen. Den ihr Flieger bringt sie nach Südamerika. Wir stellen
fest, dass wir am gleichen Tag mit nur 2 stunden unterschied am
Frankfurter Flughafen wieder in Deutschland landen und versprechen
uns dort wieder zu sehen. Gute Reise.
Ausflug zu dunklen
feuchten Expeditionen und hohen Stürzen
Waitomo Caves. Ich plansche mit
kanibalischen Glühwürmchen in einer der über 200 dunklen Höhlen
von Waitomo. Die blauen Leuchtpunkte der streichholzgroßen Würmer
an der Höhlendecke erzeugen den Eindruck eines nächtlichen
Sternenhimmels. Mit Neoprenanzug, Helm und Schwimmreifen geht es mal
schnell und spritzig und mal entspannt und im Dunkeln durch das kalte
Höhlen-Wasser. Danach gibt’s ne heiße Dusche. Bei einer heißen
Schokolade erfeue ich mich an meinen Glühwurm-Fotos.
Taupo. Ich gehe in 15'000 Fuß
Höhe aus einer Tür und brauche ca 5 Minuten bis meine Füße den
Boden berühren. In der Zwischenzeit falle ich gemeinsam mit meinem
Tandemspringer Andy mit einer Geschwindigkeit von 200km/h der Erde
entgegen. Nach den ersten Schrecksekunden genieße ich den
atmosphärischen Tauchgang. Die Luft hat eine gewaltige Kraft, die
sich gegen meinen stürzenden Körper stemmt. Die Sonne scheint. Und
ich habe eine klare Sicht auf die Landschaft des herbstlich frischen
Tages. Der Taupo See liegt ruhig und die schneebedeckten Berge des
Tongariro Nationalparkes grüßen aus der Ferne. Der Waikato Fluss
schlängelt sich durch die geothermale Landschaft von zentralen
Nordinselplateaus Neuseelands. Nur mein Ohr will bei diesem Spaß
nicht mitspielen. Es schmerzt, weil es den Druckausgleich nicht so
schnell bewältigen kann. Als Andy die Sicherheitsleine zieht, reißt
uns der sich entfaltende Fallschirm abrupt in die entgegengesetzte
Richtung. Wir gleiten gemächlich dahin und segeln dem Flugplatz
entgegen. Füße hoch. Als wir landen schlittern wir noch ca 5m über
das Gras. Ein unbeschreibliches Gefühl durchströmt meinen Körper.
Fantastisch.
Auf ans Nordkapp
An meinem langen Wochenende (meine
Gastfamilie ist auf Kurzurlaub) bereise ich den nördlichsten Zipfel
Neuseelands. Auf meinem Weg liegt im Wald „versteckt“ der ...
Tane Mahuta. Der Gott des Waldes
befindet sich im Waipoua Forest. Er ist der größte noch lebende
Kauribaum Neuseelands. Schnell ein Foto mit dem imposanten Waldgott
aufnehmen und weiter geht’s nach...
Kaitaia. Zu Gast bei Nanny Maki
(Mutter von meinem Gastvater). Sie ist eine nette Maori-Dame und lebt
mit ihren 2 Hunden in der nördlichsten Stadt. Sie empfängt gerne
Gäste. Ich bringe leckere Gastgeschenke mit, welche wir sogleich
verzehren. Wir unterhalten uns über Familiengeschichte und
Maorikultur. Ich zeige ihr auf meinem Laptop Reisefotos und sie
interessiert sich sehr für meine Berichte zu den Bildern.
Cape Reinga. Der nördlichste
Punkt Neuseelands stand auf meiner Liste der Reiseziele bisher noch
aus. Für die Maori ist dies ein spiritueller Ort, an dem die Seelen
der Verstorbenen in die Nachwelt übergehen. Ich beobachte wie die
zwei Meere aufeinandertreffen: die tasmanische See und der pazifische
Ozean. Ein Leuchtturm schmückt die Klippe und der Rundumblick
offenbart ein Naturschauspiel von Meer, Küste und der tapferen
Vegetation die sich selbst von scharfen Meeresbrisen und der enormen
Wasserkraft nicht unterkriegen lässt.
Te Kau. Auf meiner Rückfahrt
vom Kapp halte ich auf einen Tee bei Onkel Richard (Bruder meines
Gastvaters) an. Er läd mich sogleich zum Angeln am 90 Meilen-Strand
ein. Für ein Wochenende könne ich bei ihm und seiner Maori-Familie
bleiben. Ich bedanke mich für das Angebot und wir verbleiben, dass
wir uns für eines der kommenden Wochenenden verabreden.
Russell. Ich besuche meine
ehemalige Gastfamilie, bei der ich als Helfer Ende Januar schon für
3 Wochen gewesen bin. Wie alte Freunde begrüßen wir uns. Für 2
Tage arbeite ich mit ihnen auf dem Millionärsanwesen und darf meine
Lieblingsjobs machen: Quad fahren (ausgerüstet mit einem Wasser-Tank
da wir gegen Unkraut sprühen) und Rasenmähertraktor fahren (es gibt
Flächen zu mähen die 3 Fußballfeldern entsprechen). Ich habe den
ganzen Tag Spaß. Nach der Arbeit freuen sich die beiden Söhne der
Familie mich als Spielgefährten in Anspruch zu nehmen. Aber leider
muss ich dann wieder Abschied nehmen und zurück zu meiner
Aupair-Familie fahren.
Teachers Aide an der
Waldorfschule
Auckland. Für die nächsten 3
Wochen bin ich die permanente Vertretung des Lehrerhelfers in Klasse
1 der „Michael Park School“ im Stadtteil Ellerslie. Das heißt
ich versuche Aupairjob und Zweitjob unter einen Hut zu bekommen. Die
erste Woche habe ich nun schon erfolgreich überstanden. Ich stelle
mich neuen Herausforderungen und darf sogar in Kleingruppen
Matheunterricht geben. Es ist ganz schön schwer den Unterricht zu
gestalten und eine Disziplin der Schüler zu wahren, damit ich auch
Lehrstoff vermitteln kann. Da das ganze natürlich auch noch alles
auf Englisch ist macht die Sache noch kniffeliger. Denn was ich auf
deutsch sagen würde, muss ich erstmal im Kopf übersetzen. Irgendwie
klappt es dann doch. Einmal in der Woche findet im Auditorium ein
Pausenkonzert statt. Dieses mal sind auch 2 meiner Jungs dabei und
presentieren eine maorische Sing- und Tanzdarbietung in ihrer Gruppe.
Ich nehme das ganze auf Video auf und wir schauen es uns zu Hause an.
